Medienmitteilung zum Schwimmbad Knockout in Tempelhof Schöneberg

Verband der Berliner Bäderbesucher (VdBBB) e.V.
Vorsitzende: Bianca Tchinda

Berliner Schwimmverein «Friesen 1895» e.V.
Mitglied des Berliner Schwimm-Verbandes e.V. und der Berliner Triathlon Union e.V.

 

stellvertretender Vorsitzender: Jürgen Peters

 

 

 

Bezirkssportbund Tempelhof-Schöneberg e.V.

 

Vorsitzender: Stefan Behrendt

An die Vertreterinnen und Vertreter
der Berliner Medien

 

 

 

G E M E I N S A M E M E D I E N M I T T E I L U N G
des VdBBB e.V. und des Schwimmvereins «Friesen 1895» e.V. und des Bezirkssportbunds e.V.

zur Situation des Schwimmsports in Tempelhof-Schöneberg

«Verhindern Sie den Schwimmbad-Knockout in Mariendorf, Herr Dr. Kleinsorg!»

 

 

 

Auf den Bezirk Tempelhof-Schöneberg kommt eine drastische Verschlechterung der Situation für den Schwimmsport zu. Diese Befürchtung äussern der Verband der Berliner Bäderbesucher e.V. (VdBBB), der Berliner Schwimmverein «Friesen 1895» e.V. und der Bezirkssportbund Tempelhof Schöneberg e.V.in einer gemeinsamen Presseerklärung. «Nur durch schnelles und entschlossenes Handeln der Berliner Bäderbetriebe und des Senats kann der drohende Schwimmbad-Knockout noch abgewendet werden», sagt Bianca Tchinda, Vorsitzende des VdBBB. «Ich fordere Herrn Dr. Kleinsorg, den Aufsichtsrat und die Verantwortlichen im Senat dazu auf, sofort zu handeln. Wir wissen aus anderen Bezirken der Stadt, wie schnell durch die marode Bausubstanz vieler Berliner Bäder eine solche Situation entstehen kann.» Jüngstes Beispiel sei Charlottenburg-Wilmersdorf. Dort fällt die «Neue Halle» wegen eines Dachschadens auf unbestimmte Zeit aus und fehlt dem öffentlichen Schwimmsport, den Vereinen sowie dem Schulschwimmen, ohne dass andernorts im Bezirk zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden.

 

 

 

Ein sehr ähnliches Szenario entwickelt sich nun nach Einschätzung der «Friesen», des Bezirkssportbunds und des VdBBB e.V. in Tempelhof-Schöneberg. Die Berliner Bäderbetriebe und der Senat hatten jüngst mitgeteilt, dass der seit 2014 angekündigte Neubau eines Bades in Mariendorf nun doch nicht erfolgen werde, stattdessen werde ein Multifunktionsbad in Pankow errichtet.

Das heutige Kombibad Mariendorf weist erhebliche Mängel und hohen Sanierungsbedarf auf, deshalb war der Neubau allseits für erforderlich erachtet worden. Weitere Bäder des Bezirks, etwa das Stadtbad Tempelhof (Baujahr 1964) oder die Schwimmhalle am Sachsendamm (Baujahr 1967), sind bereits heute stark ausgelastet. «Was passiert, wenn das Kombibad Mariendorf oder ein anderes der Bäder des Bezirks kurzfristig ausfällt?», fragen die «Friesen». Ihre fachliche Prognose: «Es entsteht – wie wir es in anderen Bezirken erleben müssen - ein enormes Defizit an Wasserfläche für den Vereinssport, das Schulschwimmen und die Öffentlichkeit», sagt Jürgen Peters, stellvertretender Vorsitzender der «Friesen». «Die Nichtschwimmerquote im Bezirk wird steigen, da ortsnahes Schul- und Vereinsschwimmen nicht mehr möglich sein wird.» Allein im Kombibad Mariendorf lernen pro Woche 1000 Schülerinnen und Schüler das Schwimmen.

 

 

 

Die Sicherung des Badstandortes fordert auch Stefan Behrendt, Vorsitzender des Bezirkssportbundes Tempelhof-Schöneberg e.V.: "Neben der Bereitstellung der erforderlichen Mittel durch den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses für den Standort Mariendorf, ist auch der Bebauungsplan 7-88 zügig vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg festzusetzen. Denn nur ein Neubau kann die Versorgung am Standort und die Erreichung der Klimaschutzziele des Landes Berlin sicherstellen. Das Bestandsbad hat nämlich weder Mittel des 2015 abgeschlossenen Bädersanierungsprogramms erhalten noch ist es in der aktuellen Sanierungsplanung der Berliner Bäderbetriebe enthalten."

 

 

 

Aus Sicht von VdBBB e.V. , des Bezirkssportbunds und der «Friesen» braucht Tempelhof-Schöneberg ein durchdachtes Konzept, um ausreichend Kapazitäten in den Bädern des Bezirks zu sichern. Zu prüfen sei:

 

-Das Errichten von Traglufthallen über Freibädern des Bezirks

 

-Der Bau von günstig und schnell zu errichtenden Interimshallen (wie aus anderen Bezirken und Städten bekannt)

 

-Anpassen der Bauplanung für die Multifunktionsbäder Mariendorf und Pankow – statt aufwändiger, teurer Bäder mit Spasselementen zweckmässige Standardbäder, die günstiger zu errichten sind und energetisch optimal betrieben werden können

 

 

«Wir erwarten, dass Aufsichtsrat und Management der Bäderbetriebe die Augen nicht länger vor der Wirklichkeit verschliessen», sagt Bianca Tchinda. «Statt Knockout mit Ansage fordern wir: Bauplanung mit Augenmass». Jürgen Peters von den «Friesen» bekräftigt: «Wir stehen den Berliner Bäderbetrieben sowie der Politik als Sparringspartner für einen fachlichen Austausch zur Verfügung. Wir haben doch alle ein gemeinsames Ziel: Berlinerinnen und Berliner sollen wohnortnah schwimmen lernen und gehen können. Die nötige Infrastruktur dafür soll so kostengünstig und energiesparend wie möglich zur Verfügung gestellt werden.» Jürgen Peters:“Es bedarf eines energetisch dem Stand der Technik entsprechenden Zweckbaus, da durchgeführte Massnahmen im Bestandsbau immer nur darauf abzielen, den Betrieb aufrechterhalten zu können.“

 

 

 

Bianca Tchinda «Wohnortnah schwimmen zu können, ist ein wesentlicher Bestandteil der Daseinsvorsorge für viele Menschen. Die Sportstudie des Berliner Senats aus 2017 hat das eindrucksvoll bestätigt. Ihr zufolge ist Schwimmen eine der beliebtesten Sportarten für die sich die Berlinerinnen und Berliner Bäder in der Nähe von Wohn- und Arbeitsort wünschen. Mit Pragmatismus und gutem Management ist das zu vernünftigen Kosten für die ganze Stadt möglich.»

 

 

 

Ansprechpartner für Rückfragen zu dieser Mitteilung:

 

VdBBB e.V.
Bianca Tchinda
Vorsitzende
Mail: vorstand@vdbbb.de
Mobil: 01573/ 6220058

«Friesen 1895» e.V.
Jürgen Peters

 

stellvertretender Vorsitzender

 

Mail: j.peters@bsv-friesen.de
Mobil: 0174 /283 46 17

 

 

 

Bezirkssportbund

 

Stefan Behrendt

 

Vorsitzender

 

 Mail: stbehrendt@bsb-ts.de

 

 Mobil: 0177/3526957

 

 

 

Über die «Friesen 1895» e.V:

 

 

Der BSV "Friesen 1895" e.V. besitzt als einer der großen Berliner Traditionsvereine im Bereich Wassersport über 125 Jahre Erfahrung im Schwimmsport. Mit über 1.200 Mitgliedern bietet der Großverein ein umfangreiches Sportprogramm für die ganze Familie. Das Angebot reicht vom Babyschwimmen, der Wassergewöhnung für Kleinkinder, Schwimmausbildung, Freizeit-, Wettkampfsport, Kunstspringen, Gesundheitssport im Wasser und am Land sowie Triathlon.

 

Das Vereinsheim, die historische Adlermühle mit ihrem großen Gelände, ist Veranstaltungsort vieler Vereinsaktivitäten.

 

www.bsv-friesen.de.

 

 

 

"Über den Bezirkssportbund Tempelhof-Schöneberg e.V.:

 

 

Als bezirklicher Dachverband vertritt der Bezirkssportbund die Interessen von 71 gemeinnützigen Amateur-Sportvereinen und Sportgruppen aus Tempelhof-Schöneberg gegenüber der Bezirksverordnetenversammlung, dem Bezirksamt, dem Senat, dem Landessportbund Berlin und anderen Gruppen.
Die Förderung des Sports wird insbesondere durch die Mitwirkung bzw. Beratung bei der Planung und dem Bau von Sportstätten und deren Ausstattung, bei der Umgestaltung und Änderung der Zweckbindung öffentlicher Sportanlagen sowie bei beabsichtigten Nutzungsänderungen verwirklicht.

 

 

Zur Vertretung der Belange des Sports entsendet der Bezirkssportbund ein Mitglied in den Regionalen Beirat der Berliner Bäderbetriebe und wirkt maßgeblich bei der Sportstättenverteilung mit.

 

 

www.bsb-ts.de

 

 

 


Über den Verband der Berliner Bäderbesucher (VdBBB) e.V.:
Der Verband der Berliner Bäderbesucher ist die Vertretung der Bürgerinnen und Bürger, die selbstorganisiert die Berliner Bäder nutzen möchte. Gemäss einer Sportstudie des Berliner Senats aus 2017 sind das über 90 Prozent der Bevölkerung der Stadt. Der VdBBB e.V. fordert ein gerechtes Nebeneinander aller Nutzergruppen in Berliner Bädern und möchte einen Beitrag dazu leisten, dass Berlins Bäderstruktur wieder das Niveau anderer Kommunen Deutschlands und Europas erreicht.

 

www.vdbbb.de