Pressemitteilung zum Schweigen der Berliner Bäderbetriebe während der Pandemie

 

Berliner Bäder, werdet mutiger!“

Der Verband der Berliner Bäderbesucher (VdBBB e.V.) fordert die Bäderbetriebe auf, ihr Schweigen zu beenden. Und macht Vorschläge für die Wiedereröffnung der Bäder nach dem Abklingen der Pandemie

Seit Anfang November 2020 sind die Schwimmhallen in Berlin geschlossen. Das ist aufgrund der Corona-Pandemie nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist es aus Sicht des Verbands der Berliner Bäderbesucher (VdBBB e.V.) jedoch, dass mit Schließung der Bäder auch die Kommunikation des kommunalen Betreibers der Bäder beendet wurde. „Wir fordern die Berliner Bäderbetriebe auf, der Öffentlichkeit, von der sie finanziert werden, mitzuteilen, welche Aufgaben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bäderbetriebe derzeit erfüllen. Werden sie in Gesundheitsämtern eingesetzt, oder zu Instandhaltungsarbeiten in Bädern?“, fragt Bianca Tchinda, Vorsitzende des VdBBB e.V.

 

Schwimmen ist in Berlin eine der beliebtesten Sportarten und wird großteils individuell betrieben, also außerhalb von Vereinen. Alle Schwimmerinnen und Schwimmer, die kleinen Seepferdchen, Kursteilnehmende und diejenigen, die das Schwimmen gern lernen wollen, vermissen ihre Berliner Bäder. Sie wollen wissen, was dort vorgeht. Erhalten die Bäder während der Schließung neue Fliesen, einen neuen Anstrich, wie ist der Stand der Sanierungen und Reparaturen?

Welche Vorbereitungen werden für die Wiedereröffnung der Bäder getroffen, um endlich die Satzung zur Nutzung der Einrichtungen der Berliner Bäderbetriebe einzuhalten?“ fragt Bianca Tchinda, Vorsitzende des VdBBB e.V.

Zuletzt wurde zum Beispiel ohne jede Vorankündigung die Nutzungsmöglichkeit für zahlende Bäderbesucherinnen und Bäderbesucher im Stadtbad Charlottenburg Neue Halle drastisch reduziert“ so Tchinda. Dies widerspreche dem Auftrag der Bäder zur Daseinsvorsorge. „Wir erwarten, dass die Berliner Bäder nach der Wiedereröffnung der Bäder ihren Auftrag vollumfänglich erfüllen. Schluss mit Ausreden. Schluss mit dem klammheimlichen Kürzen von Nutzungszeiten für die größte Nutzergruppe, die zahlende Öffentlichkeit!“

Für die Wiederaufnahme des Schwimmbetriebs macht der VdBBB e.V. konkrete Vorschläge. „Die Pandemie ist für uns alle eine Ausnahmesituation und die birgt auch Chancen“, sagt Bianca Tchinda. Der VdBBB e.V. fordert: Die Vorbereitungen für ein frühzeitiges Öffnen der Freibäder sollten umgehend beginnen. In Bädern mit frostunempfindlicheren Edelstahlbecken könnte bereits im Februar geschwommen werden. „Die Berliner Bäder können das, sie müssen nur neu denken und lenken, dann feiert Berlin eine Schwimmsaison, wie es sie noch nie gab“ sagt Bianca Tchinda. „Berlin muss mutiger werden. Kreativität statt „Geht nicht“ - das ist unsere Erwartung an die Berliner Bäderbetriebe. Lassen wir uns nicht ein weiteres Mal von anderen Kommunen vorführen, wie ein konstruktiver Umgang mit der Pandemie aussehen kann“, so Tchinda.

Zur Information: In Deutschland wie auch anderen Ländern gibt es unabhängig von Corona Freibäder, die ganzjährig betrieben werden. Ein solches Vorgehen ist also machbar, Berlin könnte damit Erfahrungen sammeln, die auch nach der Pandemie nützlich sind. Beispiele sind das Freibad des Wunnebades in Winnenden oder das Dante-Freibad in München