Pressemitteilung zur Schließung Stadtbad Charlottenburg Neue Halle

«Herr Geisel, beseitigen Sie den Schwimmbad-Notstand!»

Seit gestern ist auch noch das Stadtbad Charlottenburg Neue Halle wochenlang geschlossen – wo sollen Berlinerinnen und Berliner noch schwimmen gehen?
Der Verband der Berliner Bäderbesucher fordert die Politik auf, sofort zu handeln

 

Schwimmen ist die zweitbeliebteste Sportart bei Berlinerinnen und Berliner, aber seit gestern ist ein Schwimmbadbesuch für viele Bürgerinnen und Bürger noch schwieriger geworden – weil ein weiteres Bad überraschend schliessen musste. Das Stadtbad Charlottenburg Neue Halle ist ab sofort wegen akuter Schäden an der Hallendecke nicht mehr nutzbar, und das für mehrere Wochen. Damit verschärft sich die ohnehin sehr problematische Situation für Nutzerinnen und Nutzer öffentlicher Schwimmbäder in Berlin weiter. Denn aufgrund von Sanierungsarbeiten stehen derzeit bereits zahlreiche Bäder nicht zur Verfügung, etwa das Stadtbad Tiergarten, die Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz,Paracelsus Bad, Schwimmhalle Buch, Stadtbad Schöneberg.

Für alle Nutzerinnen und Nutzer der Berliner Bäder entstehen grosse Probleme, für Vereine genauso wie für die zahlenden Kundinnen und Kunden. Anders als die Vereine haben diese jedoch keine Lobby bei den Berliner Bäderbetrieben und werden nach Ansicht des Verbands der Berliner Bäderbesucher (VdBBB) viel zu wenig berücksichtigt, wenn Notlösungen gesucht werden, um den Bedarf an Wasserfläche wenigstens teilweise zu bedienen.

«Wir fordern die Berliner Bäderbetriebe auf, Ersatzlösungen für die nun auch noch fehlende Wasserfläche in Charlottenburg für die öffentliche Nutzung zu präsentieren. Konkret geht es hier darum, bislang nur dem Schul- und Vereinsbetrieb zur Verfügung stehende Bäder etwa am Wochenende für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, und alle derzeit betreibbaren Bäder von 6 bis 23 Uhr zu öffnen», sagt Bianca Tchinda, Vorsitzende des VdBBB.

«In der Satzung zur Nutzung der Einrichtungen der Berliner Bäderbetriebe ist festgelegt, dass mindestens 50 Prozent der Wasserfläche der Berliner Hallenbäder für die öffentliche Nutzung zur Verfügung gestellt werden müssen. Wir erwarten von den Berliner Bäderbetrieben, dass sie diese Regelung auf alle Bäder der Stadt anwenden. Wir fordern Andreas Geisel als zuständigen Senator auf, die Einhaltung dieser Regelung sicherzustellen», so Bianca Tchinda weiter.

«In diesem Zusammenhang verweise ich auf die umfangreiche, vom Senat durchgeführte Sportstudie. Diese hat ergeben, dass über 85 Prozent der Berlinerinnen und Berliner, die schwimmen gehen, dies individuell organisiert tun, also nicht über einen Verein. Herr Geisel, beseitigen Sie den Schwimmbad-Notstand für uns – die zahlenden Kundinnen und Kunden der Berliner Bäderbetriebe».