Pressemitteilung zum Ergebnis der Sportstudie

Verband der Berliner Bäderbesucher e.V.

 

 

 

Stellungnahme zur Sportstudie der Senatsverwaltung für Inneres und Sport

Am 19.11.2018 hat die Senatsverwaltung für Inneres und Sport in einer Pressemitteilung eine Studie vorgestellt, die sich mit dem Sportverhalten der Berlinerinnen und Berliner beschäftigt. Der Verband der Berliner Bäderbesucher e.V. (VdBBB) nimmt zu einigen Ergebnissen der Studie Stellung.

 

Unser Verband hat zum Ziel, die Situation für nicht in Vereinen organisierte Schwimmerinnen und Schwimmer in Berlin zu verbessern“, sagt Bianca Tchinda, Vorsitzende des Verbands. „Unter anderem fordern wir: wohnortnahe Bäder mit Öffnungszeiten von 6-23 Uhr, eine gerechte Verteilung der Wasserfläche für Vereine und Öffentlichkeit. Die Studie bestätigt eindrucksvoll: Wir vertreten keine Minderheitenmeinung, wir sprechen für die Interessen der Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner mit Interesse am Schwimmen. Und das sind viele!“.

 

Einige Aspekte der Studie sind aus Sicht des VdBBB e.V. besonders relevant mit Blick auf die Überarbeitung des Bäderkonzets und sollten dort unbedingt berücksichtigt werden:

  • Schwimmen unter den beliebtesten Sportarten
  • Schwimmen ist nach Radfahren und Laufen die beliebteste Sportart unter Berlinerinnen und Berlinern
  • Weiterer Anstieg von Schwimmern zu erwarten

Bereits heute ist Schwimmen die drittbeliebteste Sportart; folgt man den Ergebnissen der Studie, kann die Anzahl der Schwimmerinnen und Schwimmer weiter zunehmen. Denn in der Studie (S. 22) heißt es: „Knapp die Hälfte der Berlinerinnen und Berliner möchte künftig eine Sportform ausprobieren oder dauerhaft betreiben. (...) (dabei) steht Schwimmen mit 17,1 Prozent deutlich an vorderster Stelle“.

 

Zu weite Wege halten vom Sport ab

Wie weit darf der Weg zum Schwimmbad sein? Darüber wird in Berlin immer wieder diskutiert. Von Abgeordneten ist gelegentlich zu hören, ein Weg von einfach 30 Minuten sei zumutbar. Die Ergebnisse der Studie zeigen aus Sicht des VdBBB e.V.: 30 Minuten oder mehr von Haustür zu Haustür sind zu lang, um Berlinerinnen und Berliner regelmäßiges Schwimmen zu ermöglichen. Mit 16,1 Prozent sind „zu weite Wege“ einer der wichtigsten Gründe, keinen Sport zu treiben. Die Autoren der Studie betonen wörtlich: „Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig wohnortnahe Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sind und wie entfernungssensible die Sportnutzung ist“ (S. 26).

 

Berlinerinnen und Berliner fordern bessere Bäderinfrastruktur

In der Studie heißt es wörtlich: „Auf die offene Frage, welche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten im Wohnort fehlen, antworten 17,1 Prozent der Berlinerinnen und Berliner mit Begriffen aus dem Themenbereich Schwimmen/Schwimmbäder.“ Über 80 Prozent der Befragten bezeichnen die Modernisierung von Frei- und Hallenbädern als „wichtig“ (S. 30) - und das über alle Altersgruppen hinweg.

 

Nur sechs Prozent schwimmen im Verein

Die Öffentlichkeit wird aus Sicht des VdBBB e.V. heute im Vergleich zu Vereinen bei der Vergabe von Wasserfläche nicht ausreichend berücksichtigt. Die Studie bestätigt diese Sichtweise: nur 6,6 Prozent der Berlinerinnen und Berliner betreiben Schwimmen im Verein. Die überwiegende Mehrheit mit 86,6 Prozent organisiert ihren Schwimmsport privat. Für diese Steuerzahler müssen die Bäder aus Sicht des VdBBB e.V. zuverlässig und ausreichend lange zugänglich sein.

 

Bianca Tchinda, Vorsitzende des VdBBB e.V., betont: „Die Studie des Senats zeigt: Berlin braucht eine bessere Bäderinfrastruktur durch Neubauten und Sanierungen. Das wird Zeit brauchen und viel Geld kosten. Schneller umsetzbar ist aus unserer Sicht:

 

1. die Ausweiten der Öffnungszeiten, um das Angebot an Wasserfläche kurzfristig zu verbessern und/oder Vergeben von Wasserflächen an Schwimmschulen oder Firmen, um leer stehende Wasserfläche zu vermeiden und dem Personalmangel bei den Berliner Bäderbetrieben entgegenzuwirken

 

2. eine gerechtere Verteilung der Flächenvergabe zwischen Vereinen und Öffentlichkeit.

 

Der VdBBB e.V. wird sich weiterhin dazu mit konstruktiven Vorschlägen einbringen, um die Situation für Schwimmerinnen und Schwimmer in Berlin zu verbessern.