Pressemitteilung zur Situation der SchwimmerInnen in Berlin

Pressemitteilung zur Situation für SchwimmerInnen in den Berliner Bädern

 

Anlässlich der jüngsten Äußerungen des Chefs der Berliner Bäder-Betriebe, Andreas Scholz-Fleischmann, zur Entwicklung der Besucherzahlen in diesem Sommer möchten wir aus Sicht unseres Verbandes informieren, wie sich für ganz normale Kundinnen und Kunden die Situation in den Berliner Bädern aktuell und in den letzten Jahren darstellt.

 

75% der Berliner BäderbesucherInnen sind SchwimmerInnen jeden Alters, jeden Tempos, viele jeden Tag, die meisten drei, vier Mal die Woche.

Das liegt nicht daran, dass die Berliner Bäder hauptsächlich als Sportbecken bezeichnete Bäderangebote haben.

Das liegt daran, dass Berliner BäderbesucherInnen den Wert des Schwimmens kennen und ihren Gewohnheiten treu bleiben.

BäderbesucherInnen, SchwimmerInnen, die keine Chance haben, im Sommer zu schwimmen, es sei denn, das Wetter ist schlecht.

 

Hallenbäder sind geschlossen, bei 30 Grad im Freibad ist schwimmen Glückssache. Wer es nicht schafft morgens in ein Freibad zu gehen oder gleich gar kein erreichbares vor 10 Uhr oder sogar 12 Uhr öffnet, muss verzichten.

Mehr und mehr wird auf Erlebnisbaden und Wellness gesetzt. Gegen Spass und Spiel ist nichts einzuwenden, im Gegenteil. Der VdBBB wünscht sich für BäderbesucherInnen weitere Aktivitäten Feiern zum Badjubiläum etwa, oder Mondscheinschwimmen als Teil der Unternehmenskultur. Das unterstützt das Image der Bäder und lockt Besucherinnen und Besucher an. Es muss nicht aufwändig und teuer sein, Besucher für Bäder zu begeistern.

Veranstaltungen wie die Poolpartys in Sommerbädern begrüßen wir ausdrücklich.

 

Dabei die treuesten BäderbesucherInnen immer mehr aus den Augen zu verlieren, finden wir mehr als bedauerlich.

 

Es gibt Lösungen.

Der Größte Bäderbetrieb Europas sollte Wege finden um Lösungen umzusetzen, statt Gründe, warum was nicht geht.

Dazu gehört nach Ansicht des VdBBB e.V.: - ein Konzept zur Rekrutierung von neuem Fachpersonal - ein Konzept zum Umschulen und zur Weiterbildung von interessierten Seiteneinsteigern - ein Konzept für die Ausbildung von Fachpersonal; da in ganz Deutschland Fachkräfte gesucht werden: warum nicht über dem eigenen Bedarf ausbilden?

Der Größte Bäderbetrieb Europas hat engagierte MitarbeiterInnen, die mehr gestärkt und wertgeschätzt werden müssen. Dazu gehört, dass die Berliner Bäderbetriebe im 21. Jahrhundert ankommen müssen mit einer Corporate Identity. Alle Berliner Bäder sind unterschiedlich, gemeinsam kann ihnen sein, dass Öffnungszeiten überall gleich sind.

Die Realität, 22 Jahre nach Übernahme der Bäder in der Stadt von den Bezirken, entsteht der Eindruck, dass in jedem Bezirk, in jedem Bad andere Regeln gelten.

Die Beliebtheit von einzelnen Bädern kann nur gemessen werden, wenn dieselben Voraussetzungen vorhanden sind.

Ein Schwimmbad das nur wenig Öffnungszeiten anbietet, hat weniger BäderbesucherInnen als ein Bad mit langen Öffnungszeiten.

Ein Sommerbad, wie Staaken West, nur in den Ferien zu öffnen oder das Sommerbad Mariendorf nur von 12 bis 19 Uhr ist ein fatales Signal.

Öffnungszeiten werden an frühere Besuchergewohnheiten angepasst.

Wir sind der Meinung, Öffnungszeiten und vor allem Service für die einzelnen SchwimmerInnengruppen müssen ein initiatives Angebot sein, dann kommen BäderbesucherInnen auch zu späteren oder früheren Uhrzeiten.

Die hohe NichtschwimmerInnenquote in Deutschland ist erschreckend. Zuletzt sollte das Schulschwimmen vorzeitig beendet werden. Wir halten diesen Zustand für untragbar.

Geschlossene Bäder, gekürzte Öffnungszeiten- mit vier Hallenbädern mehr am Netz, sind die Wasserzeiten kürzer als 2014.

Es ist bitter, dass Herr Scholz-Fleischmann auf 2019 abstellt, weil durch Hallenschließungen zur Sanierung das Personal frei wird.

Alternative Lösungen kann eine teilweise Überlassung der leer stehenden Wasserfläche an Schwimmschulen, Private Trainer oder Vereine sein. Mit der Maßgabe, die Wasserfläche zu 50 % der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Alles ist besser, als Wasserflächen aus Personalnot leer stehen zu lassen.

Dieser Sommer offenbart die Probleme des Größten Bäderbetrieb Europas. Eine Technik, die seit Jahren überaltert ist, fehlende Mittel oder falsche Schwerpunkte, im Nachgang ist der Grund für den Zustand in der jetzigen Situation nicht maßgebend.

 

Schließen Sommerbäder, in denen bis zu 10.000 Besucher Platz hätten, weil die Wasserqualität leidet, nicht ausreichend Rettungsschwimmer eingesetzt werden können, dient das der Sicherheit der BäderbesucherInnen. Wird das nicht über sämtliche Kanäle umgehend kommuniziert, kommt es zu Tumulten in den Warteschlangen.

Werden BäderbesucherInnen über die voraussichtliche Wartezeit, über die Auslastung informiert, können diese Ärgernisse minimiert werden.

 

Wir haben Herrn Andreas Scholz-Fleischmann, Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe, im Gespräch am 27.07.2018 erneut angeboten, Teile der Kommunikation zu übernehmen. Konkret haben wir angeboten, die Kommunikation in den Sozialen Netzwerken zu übernehmen.

 

Der Verband der Berliner Bäderbesucher e.V. bietet den Berliner Bäderbetrieben auch darüber hinaus seine konstruktive Mitarbeit an. Wir werden uns im Namen unsere Mitglieder langfristig für Bessere Bäder in Berlin einsetzen, am liebsten gemeinsam mit den Berliner Bäderbetrieben. Schwimmen gehört zu den gesündesten Sportarten für Menschen aller Altersgruppen. Wir möchten alles dafür tun, dass der Größte Bäderbetrieb Europas derjenige mit dem kundenfreundlichsten Angebot Europas wird!

 

Bessere Bäder für alle, dabei möchten wir den Größten Bäderbetrieb Europas unterstützen.