Geschichte Stadtbad Schöneberg Hans Rosenthal Bad

Geschichte des Stadtbad

 

Als Zweckbau errichtet

Gebaut unter rein funktionalen Aspekten wurde das Bad 1930 eröffnet. Die Bauherren hatten erkannt, dass nicht Vergnügungstempel das Motto der Stunde waren, sondern die Zweckmäßigkeit solcher Einrichtungen. Nach nur etwas mehr als einem Jahr Bauzeit und trotz  der schmalen Summe von 1,1 Millionen Mark  schafften es die Architekten, im Budget zu bleiben.

 

Im dicht besiedelten Schöneberg der damaligen Zeit gab es keine Flüsse oder Seen und so lag der Fokus darauf, dass die Berliner sich zum Einen sportlich betätigen konnten, aber der Bevölkerung, die vielfach noch keine Badezimmer in der Wohnung hatte, auch die Möglichkeit zur Hygiene zu bieten. Das Gebäude war innen und außen wenig dekorativ. Errichtet wurde es auf dem ehemaligen Dorfanger.

 

Das Bad war, auf mehreren Etagen gebaut, ausgestattet mit Brause – und Wannenbädern, einer medizinischen Abteilung und einem Schwimmbecken von damals 33 Metern Länge. Damit war es zwar kleiner als zum Beispiel viele Becken in Freibädern, die oft  über 100 Meter lange Becken verfügten, aber es war auch größer als die kleinen Planschmöglichkeiten in den Badepalästen und bot die Möglichkeit zu schwimmen.  

 

Vom Funktionsbad zum Freizeitbad

Im Krieg wurde das Bad zum Teil stark beschädigt und in den 1960 er Jahren teilerneuert.

1989 wurde der Badebetrieb eingestellt wegen erheblicher Mängel.

Sechs Jahre später begann der komplette Umbau für unfassbare 55 Millionen Mark unter der Regie des Bezirks Schöneberg. 

Seither hat das Bad nur noch ein 25 Meter Becken, die Brause – und Wannenbäder brauchte man nicht mehr. Die heute bekannte Ausstattung, Cafeteria, Außenbecken, Whirlpools und so weiter ist fast identisch mit den damals eingebauten Attraktionen.

Das Stadtbad Schöneberg wurde  1999 wieder eröffnet und ging im gleichen Jahr in die Verantwortung der 1996 gegründeten Berliner Bäder Betriebe.

Bereits kurz nach Eröffnung gab es erste Schließungen wegen schlechter Wasserqualität.

Es gab immer wieder Versuche, allerdings aus Kostengründen keine grundlegenden, mit immer neuen Teilsanierungen und Reparaturen das Bad weiter laufen zu lassen.

 

Baupfusch, Verantwortungsgerangel und zweite Totalsanierung

2009 musste es wieder geschlossen werden. Das Bad war völlig marode. Baupfusch und der damalige Baustadtrat (seit 2006Bernd Krömer,)  sprach damals von Regressansprüchen an die ausführenden Firmen. Dazu kam es nie, weil diese insolvent waren.  Fliesen undicht, Wasser in Keller und Böden, völlig unzureichende Lüftung und Wasseraufbereitungsanlage und damit erhebliche hygienische Probleme. Es gab immer wieder neue Termine zur Wieder Eröffnung, letztlich dauerte es vier Jahre bis es soweit war.

Abgeschlossen war die Sanierung 2013. Aus geplanten 2,4 Millionen Euro waren 7 Millionen geworden, mit einer um ein Jahr längeren Bauzeit.  

Als das Bad wieder geöffnet wurde, bekam es den Namen „Hans Rosenthal Bad“.

Nachdem es Juden unter den Nationalsozialisten verweigert wurde, schwimmen zu lernen, hatte Hans  Rosenthal, Showmaster und Journalist,  das 1950 im Stadtbad Schöneberg nachgeholt.

 

Vom Freizeitbad zum Warmbad

Ein Jahr nach Wieder Eröffnung wurde aus dem Stadtbad Schöneberg ein Warmbad mit mindestens 30 Grad Wassertemperatur. Zwei Preiserhöhungen führten dazu, dass der Eintritt im Haupttarif derzeit für Erwachsene 7,50 Euro/ ermäßigt 5,50 Euro beträgt, weil ein Warmbadezuschlag von 2 Euro erhoben wird.

Der Betreiber, die Berliner Bäder Betriebe, wirbt damit, das Stadtbad Schöneberg sei das „beliebteste Bad“. Das Bad hat die längsten täglichen Betriebszeiten und wird im Gegensatz zu den meisten Bädern, in fast allen Ferien mit den gleichen Betriebszeiten offen gehalten. Es wird  versucht, die massiven und häufigen Schließungen, die man aus anderen Bädern kennt, so gering wie möglich zu halten. Tatsächlich hat es die wenigsten Schließungen und Einschränkungen aller Bäder des kommunalen Betreibers. 

 

Im Bad kommt es dennoch immer häufiger zu Sperrungen ganzer Bereiche, wie den sogenannten „Funbereich“ für Kinder, für die von den Berliner Bäder Betrieben technische Gründe angegeben werden. Es ist kein Geheimnis, dass diese Sperrungen und gekürzte Öffnungszeiten auch hier immer wieder dem Personalmangel geschuldet sind. 

 

Rutschen, planschen, Wellness

Das Schwimmbecken befindet sich in der ersten Etage, über eine Treppe oder mit dem Aufzug zu erreichen.  Es wird rege genutzt von unterschiedlichen Gruppen, die Wasserfläche mieten. So kommt es vor, dass auf einer abgetrennten Bahn Taucher zu sehen sind und im hinteren Bereich Meerjungfrauen Kurse stattfinden und der Besucher sich mit dem Rest, etwa 15- 16 Meter begnügen muss. Zum sportlichen schwimmen ist das Bad, seit es ein sogenanntes Warmbad und Sternebad ist, allerdings nicht mehr geeignet. 

Es ist ein Bad für Familien mit Kindern, sofern die entsprechenden Bereiche nicht wieder mal gesperrt sind. Eltern finden Wickeltische in Damen und Herren Umkleidebereichen, funktionelle Duschen, die leider oft nicht so sauber sind, wie man es erwartet.

Es bietet ein schönes Außenbecken und warmes Wasser, auf dem man sich treiben lassen kann.